PFLANZENPHYSIOLOGIE (2/3): Die Pflanzenphysiologie im Dienst der Produktion

Ethylen spielt in der letzten Phase des Wachstums der Pflanze und bei der Fruchtreife eine wichtige Rolle, ist aber in Wachstumsstadien bei der Blüten- und Fruchtbildung schädlich, wenn es überhandnimmt.

ROLANDO ERTL*

Stress, ein englischer Begriff, welcher für Druck, Belastung, Anspannung steht, begann an BedeutungzugewinnenabMitte des 20. Jahrhunderts. Stress empfinden Menschen aufgrund physischer Gründe (Krankheiten ) wie auch psychologischer Faktoren (Druck in der Arbeit, in der Familie etc). Neuerdings spricht man auch in der Landwirtschaft vom Stress bei Pflanzenbzw.Kulturen.

Drei Wachstumshormone

Externe Faktoren, die bei der Pflanze Stress verursachen, sind «schlechte» (ungünstige) Witterungsverhältnisse: WasserstressoderTrockenheit,aber auch Temperaturstress, biotische Ursachen wie Insekten und Krankheiten oder mechanische Faktoren. Wie reagiert aber die Pflanze auf Stress? Diese Frage weist uns zum hormonellen Haushalt der Pflanze. Pflanzen haben drei natürliche Wachstumshormone: Auxine, Cytokinine und Gibberelline, und zwei Stresshormone: Ethylen und Abscisinsäure. Jedes dieser Hormone spielt eine wichtige Rolle im Wachstumszyklus der Pflanze, aber immer zueinenbesonderenZeitpunkt. Kommt die Pflanze aus diesem Gleichgewicht, empfindet sie Stress. Pflanzliche Hormone oder Phytohormone sind sozusagenSignalauslöser,Boten,die eine Nachricht von einem Ende der Pflanze (üblicherweise von der Oberfläche) zum anderem bringen.Wenneszuirgendeiner Störung des Hormonhaushaltes kommt, löst die Pflanze Phytohormoneaus,umdiesesGleichgewicht herzustellen. Nur: was die Natur entscheidet, ist nicht immer, was die Landwirtschaft braucht, daher müssen wir die Pflanze «verstehen» und ihr helfen, in die korrekte Richtung zu lenken. Uns Menschen ergehtesebenso.Gehenwiraneinen warmen Sommernachmittag aus dem Haus mit kurzen Ärmeln, fühlen wir uns wohl. Wirdesaberkalt,nassundwindig, fängt unser Körper an zu zittern,umWärmezuerzeugen. ZiehenwireineJackeüber,fühlen wir uns wieder wohl. Fazit: Wir müssen den Pflanzen eine Jackeanbieten.

Fruchtfall bei Obst

Ethylen spielt in der letzten Phase des Wachstums (Fruchtreife) eine wichtige Rolle, ist aber in Wachstumsstadien bei der Blüten- und Fruchtbildung schädlich, wenn es überhandnimmt gegenüber den Wachstumshormonen. Eine besondere Problematik, die nicht direkt als Stress eingestuft wird, die aber dieselben Folgen hat, ist bei gewissen (Obst-)Sorten der physiologische Fruchtfall. Der Ablauf ist gleich: Die Pflanze bildet Ethylen, dies lässt Früchte oder Blütenabfallen,derErtragsinkt. Ethylen ist der Bote, der bei der Pflanze das Signal auslöst, dasssiedasWachstumeinstellen soll, der sie die Blätter einrollen und Blüten, Früchte und Blätter abfallen lässt. Die StresssituationkannvonkurzerDauersein– ein paar Stunden extreme Kälte, ein Herbizid – oder sich länger hinziehen über mehrere Tage oderWochenbeiDürre.

Haushalt wiederherstellen

Um den Stress zu verhindern, zu beseitigen oder zu lindern, muss man der Pflanze natürliche Förderer der Wachstumshormone (Cytokinine, Auxine und Gibberelline) geben, um den Haushalt wiederherzustellen mit Produkten wie StimulantePlusoderCitocalcium,um die Ethylenerzeugung gezielt zu blockieren bei akuten Stressfällen mit Bioforge oder die physiologische Ethylenerzeugung zu hemmen mit Hold Plus. Diese Therapie hilft auch, die Ernteperiode zu verlängern und hinauszuschieben, was dem Landwirt mehr einbringt, wenn mangrössereKaliberbeiFrüchten erntet, die Erntekraft entlastet oder aus dem Hauptvermarmarktungsfensterhinauskommt.

*Der Autor ist Export Manager bei Stoller EuropeSLU

 

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18 | 03 | 2017 Prensa Deja un comentario

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